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#1

Paprik Gula (PG) Sindanglaut 6/2003

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 17.05.2006 08:20
von 52_2006 • 374 Beiträge
Einführung:

Die Bilder stammen aus der Zuckerfabrik Sindanglaut bei Cirebon an der Nord-Westgrenze Mitteljavas in Indonesien. Sindanglaut liegt etwas östlich von Cirebon zwischen den Hauptstrecken von Jakarta/Cirebon nach Semarang/Surabaya und Yogjakarta. Die Strecken des berühmten ARGO Gede 'Schnellzugs', ehemals von Krupp Baureihe D52 (geschrumpfte BR41, gebaut in den 1950ern) über die Insel gezogen.



Die Bilder stammen aus dem Jahr 2003, Anfang Juni, also etwa 1,5 Jahre alt ich habe die Bilder zu einem Erlebnisbericht mit historischem Aspekt zusammengestellt, denn ein Besuch in einer javanischen Zuckerfabrik ist etwas besonderes, nicht nur weil man zum Betreten derselben und zum Fotografieren innerhalb des Geländes eine Erlaubnis braucht. In vielen javanischen Zuckerfabriken findet in der Zuckerrohrsaison, etwa Ende Mai bis etwa Mitte Oktober, von den meisten Eisenbahnfans völlig unbeachtet noch richtiger 'Plandampf' statt, sowohl mobil als auch stationär. Allerdings ist die Tendenz leider jährlich deutlich rückläufig, jedes Jahr machen einige Fabriken zu oder stellen auf Diesel um, denn der Weltmarktpreis für Zucker sinkt ständig, die Produktion in Indonesien wird zu teuer, und die Wartung der aufwändig konstruierten Feldbahndampfloks (Klien-Lindner, Mallet und Luttermöllers sind in den verschiedenen Fabriken noch alltäglich) ist wohl zu kostspielig. Statt dessen wird mehr und mehr Reis angebaut, denn die Bevölkerung wächst explosionsartig. Wer sich generell darüber informieren möchte, welche Lökchen auf Javas Zuckerrohrplantagen unterwegs sind/waren, dem sei Uwe Bergmanns Buch "Sweet Steam" und diese Liste und überhaupt die ganze Java-Steam-Webseite von Rob Dickinson empfohlen: http://dialspace.dial.pipex.com/javatour/trains/javalist.htm

Vor meinem letzten Aufenthalt in Indonesien bei Schwiegereltern lernte ich übers Internet TC, einen Eisenbahnfan in Bandung, der Heimatstadt meiner Frau, kennen. Ich stellte schnell fest, dass er ein ausgesprochener Kenner der dortigen Eisenbahn und sehr netter Kerl ist, und so war es nur konsequent, ihn bei unserem Besuch in Bandung zu treffen, und mit ihm und den anderen Leuten vom IRMC (Indonesian Model Railwayers Club) ein paar Sachen zu unternehmen. Das gab mir auch mal die Gelegenheit, ohne den ganzen Familientross unterwegs zu sein. Eine der Touren die wir unternahmen, war Sindanglaut, dieses mal, da sich unsere Unternehmung auch für die Familie interessant klang, mit ihnen. Dampfloks hatten die nämlich auch schon seit 15-20 Jahren nicht mehr in Aktion gesehen. Außerdem musste man ja auf mich aufpassen, ich mit nur unzureichenden Sprachkenntnissen, und dann ein völlig Fremder, den ich über das Internet kennen gelernt habe... Also, wir fuhren dann frühmorgens los, Bandung-Cirebon, das sind etwa 150 km, die man aber wegen der Straßenverhältnisse und dem Verkehr gemächlich angehen muss. Und da eines der wichtigen Hobbys aller (!) Indonesier das Essen ist (ohne dabei dick zu werden, wie machen die das bloß?) und unterwegs alle paar Meter am Straßenrand neue Leckereien angeboten werden, da kann sich so eine Fahrt hinziehen... Also 3-4 Stunden für die Strecke muss man schon einplanen, jedenfalls mit Familienanhang, egal wie halsbrecherisch der Fahrer zwischendurch heizt...

Wie konnte ich so unterwegs schlafen? Der (Toyota) Kijang (etwa vergleichbar mit einem Mitsubishi Panther, den gibt’s auch hier, der Kijang ist nur etwas größer) holperte über die Pisten, und bei Cirebon übermannte mich tatsächlich ein Halbschlaf, obwohl wir eigentlich fast da waren. Ich wurde dann unsanft geweckt, wir waren da, vor uns das Werkstor der Paprik Gula Sindanglaut (paprik = Fabrik, Gula = Zucker), der folgende Anblick bot sich mir, und gleich aus der Seitenschibe (ich war der Beifahrer, die fahren in Indonesien auf der linken Straßenseite) auf den Auslöser geklickt.



Im Vordergrund ist die Bahnlinie Cirebon-Yogjakarta zu sehen, ja, so sehen da Hauptstrecken aus. Die Züge auf der Strecke haben mich an dem Tag allerdings überhaupt nicht interessiert, vor uns lag Sindanglaut!



Wir fuhren in das Werksgelände rein, und TC zeigte uns erst mal die ausladend schönen Villen der ehemaligen Kolonialherren (Holland), welche hier bis zum 2. Weltkrieg residierten. Er erledigte auch den fälligen Papierkram mit der Besuchsanmeldung und dann ging die Schranke auf, wir waren drin! Das obige Bild zeigt die Werkshallen mit den Schloten hinter idyllischen Blümchen.



Hier werfen wir schon mal einen Blick auf die Gleise, man beachte die eng hintereinander liegenden Weichen. Rechts die 'Gummikonkurrenz', willkommen in der Gegenwart! Denn Sindanglaut hat ein Problem: 1998 wurde eine Autobahn angefangen zu bauen, von Cirebon Richtung Semarang, die Trasse führt nördlich der Fabrik dummerweise mitten durchs Zuckerrohrgebiet. Dummerweise haben sich die Erbauer nicht für das Bähnchen interessiert, so dass die nördlichen Felder vom Gleisnetz abgeschnitten wurden. Dadurch ist auch leider die berühmte Feldbahnbrücke über die Hauptstrecke Cirebon - Semarang Geschichte. Ach ja, bevor ich es vergesse, darf ich vorstellen? In rot, meine Frau, dahinter die Schwiegermama, und mit dem Rücken zu uns mein Schwiegervater. Auf der Linken Seite ist was Grünes zu sehen, das zeige ich euch später aus der Nähe...



Noch mal einen Blick auf die Gummikonkurrenz, bevor wir sie rechts und links liegen lassen. Das Zuckerrohr gelangt von den Mini-LKWs entweder per Kran auf die Loren, oder wie an dem Tag in einer endlosen LKW-Schlange direkt zur Entladestelle für die Loren.



Weiter beim Rundgang übers Gelände, ganz Links das Gebäude mit der Gleiswaage und der 'Lokleitung' oder wie die das auch immer nennen. Einer Einsatzbesprechung wohnen wir später noch bei, die Gleiswaage dient dem Wiegen der Ernte, die hereingefahren wird. Im Hintergrund in Orange, das ist Diesel Nummer 5. Auch dazu später mehr.



Diese Bilder stammen aus der Mittagszeit, es war heiß, unerträglich heiß. Etwa 40° im Schatten, Sonne senkrecht von Oben (das ist am Äquator!), recht trockene Luft, ich schwitzte aus allen Poren, und die Arbeiter links voraus mussten das Gleis reparieren.



Wie halten die das nur aus? Wie hielt ich das nur aus? Ja, hier wird gearbeitet, wie früher bei der Post, einer rackert sich ab, die anderen ... grinsen in die Kamera.



Zurück zur Arbeit, hört, wer da hämmert!



Der Beweis, zu zweit geht es einfacher. Es dauerte trotzdem ewig, bis das Gleis ausgewechselt war. Warum es ausgewechselt wurde, konnte mir keiner schlüssig erklären, das alte und neue Gleis hatten in meinen Augen den gleichen Zustand. Arbeitsbeschaffungsmaßnahme?



Links und rechts wartet Zuckerrohr aufs Entladen, in der Mitte ein Gleisbauzug mit Kletterweichen und Feldbahngleisen beladen. Die mit Zuckerrohr beladenen Loren sind in der Frühe vom Feld hereingekommen, und warten jetzt erst mal, bis alle LKWs entladen sind.



Von der Entladestelle selbst habe ich leider keine Fotos gemacht, denn das Entladen von LKWs fand ich nicht so prickelnd, bedauernswerter Weise, wenn ich mir diesen Beitrag ansehe, irgendwie gibt’s da jetzt eine Lücke. Aber innen drin, in der Maschinenhalle... Moderne Zeiten! Wo ist Charlie Chaplin? Das große Zahnrad hat etwa einen Durchmesser von 2,5 bis 3 Metern! Draußen hatte es 40°C, innen... keine Ahnung, der Schweiß lief noch schneller... Aber egal! Der Boden bebte unter den Füßen im Rhytmus ...



... von Dampfzylindern dieses Ausmaßes! Der hat etwa 1 Meter Durchmesser, gebaut im Jahre 1923 von Stork in England. Das Feeling unter den Füßen ist etwa so, wie wenn eine 01 oder 44 direkt neben einem in 1 Meter Entfernung vorbeischleicht. Nur stärker. Und es richt genauso herrlich nach Dampf! Die Kolben haben vorne offene Gleitbahnen, in denen man die Kolbenstangen hin und her schwingen sehen kann. Und hinten dreht es sich.



Diese Dampfmaschine wurde mir mit besonderem Stolz vorgeführt, denn es ist eine vertikale 'High-Speed Steam Engine', das konnte der zuständige Maschinist sogar in Englisch sagen. An sie ist eine Wasserpumpe angeschlossen.

Wer sich für das genaue stationäre Dampfequipment in Sindanglaut interessiert, dem sei eine Auflistung bei Rob Dickinson empfohlen: http://www.messiaen.co.uk/steam/mills/javaequip.htm

Nun wenden wir uns (endlich?) dem rollenden Material zu, zuerst zeige ich, was auch 2004 zu sehen war, also erst mal noch nicht historisch. Übrigens, die Spurweite in Sindanglaut beträgt sehr ungewöhnliche 720 mm, das ist in Java einmalig. Es gab Lok-Austausche zwischen Sindanglaut und anderen Standorten (z.B. vom 1994 geschlossenen Nachbarstandort Gempol), dazu mussten die Loks aufwändig umgespurt werden. Andere gängige Spurweiten auf Java sind 600 mm, 670 mm, 700 mm, 750 mm, 900 mm und 1067 mm (Kapspur, Zulieferung zur Staatsbahn in PG Jatiroto).



Diesel Nummer 1. Von diesem Typ gab es insgesamt drei Stück. Was das für Loks genau sind, hat mich an dem Tag dummerweise nicht so sehr interessiert, denn eigentlich war ich ja auf Dampf fixiert. Aber das kann ich jederzeit in Erfahrung bringen. Es sind jedenfalls C-Kuppler mit Stangenantrieb und Außenrahmen. Genauso sind waren übrigens auch die größeren Dampfer in Sindanglaut gebaut, nur als D-Kuppler. Weiter will ich aber nicht vorweg greifen. Rechts, das bin ich, und Links das ist TC.



Nummer 4 (Schoema), 2, 1 in der Lokhalle.



Nummer 3 gehört auch zu der neune Serie Japan-Diesels und wird gerade gewartet. Nagelneu, und schon wieder in der Werkstatt. Nichts hält mehr...

Was noch so im Schuppen steht, hebe ich für weiter unten auf...



Nummer 5 steht da, wie bestellt und nicht abgeholt. Auch sie ist eine Schoema.



Dann wurde sie doch abgeholt, und wartete vor der Gleiswaage. Sie hatte wohl mal einen Unfall, irgendetwas, Loren mit Gleisen beladen (?), donnerte von hinten drauf, ode rumgekehrt, und verbog die Rückwand des Führerhauses.



Dann 'dieselt' Nummer 1 heran. Rechts in Uniform der Wachmann, der hin und wieder nach uns sah.



Diesel Nummer 1, 2 und 5 vor der 'Lokleitung', das Personal bespricht den Nachmittäglichen Einsatz.



Die selbe Szene noch mal aus einer etwas anderen Blickrichtung.

Jetzt ist genug mit Dieselloks, die man auch 2004 sehen konnte und bestimmt auch in 2005 wird es so sein. Jetzt begeben wir uns in die Vergangenheit, Juni 2003, auch wenn es noch nicht lange her ist, es ist vorbei. Es hat sich ausgedampft. Genießt die nachfolgenden Bilder!



Zurück in die Lokhalle, Nummer 6, ein C-Kuppler von O&K, Fab. Nummer 6969, 1913. Die Loks in Sindanglaut sind übrigens alle als Tenderloks geliefert worden. Da jedoch das verwendete Feuerungsmaterial, Bagage, das Abfallprodukt aus der Zuckermühle, in Ballen gepresst, nicht den Brennwert von Kohle hat, bekamen viele Loks nachträglich Tender verpasst, um mehr Vorräte mitschleppen zu können. Die Wassertanks befinden sich bei den vertenderten Loks aber nach wie vor neben dem Kessel und im Lokrahmen. Damit die Loks während der Fahrt vom Tender aus mit Brennstoff versorgt werden können, sind oft in die Rückwand der Führerhäuser Öffnungen eingeschnitten worden. Andere Zuckerfabriken behalfen sich mit primitiven Öl-Zusatzfeuerungen, dazu wurden einfach eins bis zwei stinknormale Ölfässer vor das Führerhaus über dem Kessel auf einem Eisengestell montiert.


Noch mal die 6, als Beweisfoto. Ich war da.



Die Öffnung der Führerhausrückwand ist hier bei Lok 4 (Jung, Fab. Nr. 480, 1901, C-Kuppler) und 12 (O&K, 11603/1928) gut zu sehen. Zwischen den beiden Loks sind einige Klien-Lindner Hohlachsen gelagert.



Noch mal die Nummer 12. Es ist ein D-Kuppler mit Klien-Lindner-Hohlachsen.



Im Vordergrund Nummer 1, C-Kuppler von Jung (477/1901). Die Nummern der Loks dahinter habe ich mir leider nicht notiert. Die hintere Lok war teilzerlegt.



Noch mal die Klien-Lindner-Hohlachsen aus der Nähe. Deutlich sieht man das typische Kugelgelenk bei der zerlegten Achse. Alle D-Kuppler in Sindanglaut fuhren dank der Klien-Lindner-Hohlachsen quasi um die Ecke. In Deutschland sind Loks mit dieser Technologie besonders als Heeres-Feldbahnloks bekannt.

Jetzt aber raus aus der Halle, und den vorheizenden Dampfloks nachgestellt!

Doch ein wenig möchte ich euch doch noch auf die Folter spannen *grins*, und euch erstmal zeigen, wie in Sindanglaut die Bagage zur Befeuerung der Dampfloks gelagert wird.



Von diesen Hallen gibts auf dem Gelände zwei Stück, das hier ist die im besseren Zustand. Wenn man genau hinsieht, kann man unter dem Dach der Nachbarhalle die hochklappte Heckklappe des Toyota Kijang erkennen. Die gesamte Familie döst im Auto, bei laufendem Motor, um die Klimaanlage am Laufen zu halten. Und das mit geöffneter Klappe... Was soll man dazu sagen. TC und ich waren die einzigen Aktiven.



Blick in das Dach der zweiten Halle. Hier dürfte es nicht oft regnen, denn sonst wäre ja ständig die Bagage nass. Na ja, die Regenzeit ist außerhalb der Zuckerrohr-Ernte.



Noch eine Studie des selben Dachs.



Erinnert ihr euch noch? In Teil 1 habe ich auf etwas grünes im Hintergrund hingewiesen und auf später verschoben. Hiermit reiche ich den Tender der Lok 4 (in der Lokhalle) und alten Tender der 11 nach. Im Hintergrund eine vorgeheizte Dampflok bei den ersten Gehversuchen des Tages.



Das ist die 11 mit ihrem neueren Tender. Es ist ein D-Kuppler mit Hohlachsen nach Klien Lindner, gebaut mit der Fabriknummer 2125 von Jung im Jahr 1914.



Die 11 fürs Familienalbum. Schwiegermama gefiel der Sound, insbesondere, wenn die Lökchen über die recht locker verlegten Gleise knarrten. Im Vordergrund ganz in weis, das ist nicht 'der große Lesley' (vergleiche den Filmschinken mit dem verrückten Autorennen New York - Paris), aber unser Fahrer Butche, der auch zur Famile gehört. Ich glaube, ich habe auch ihn an dem Tag etwas mit dem Dampfvirus infiziert.



Der D-Kuppler Nummer 10 (Jung 3431, 1922) verlässt die Lokhalle. Im Hintergrund sind das Kesselhaus für die stationäre Dampferzeugung und die dazu gehörigen Ölbehälter zu sehen.



Nummer 8 (Ducroo&Brauns Nr. 25/1924), auch mit KL-Achsen beim Wasserfassen. Man beachte auch die am Kreuzkopf angebrachte Schmierpumpe. Noch eine Besonderheit javanischer Feldbahnloks ist hier auch zu sehen, zeige ich aber weiter unten an einer weiteren Kollegin. Unter dem Wasserturm sucht nun auch die Familie Zuflucht vor der Sonne. Mir war das (Sonne/Hitze) egal, hab ich nicht mehr gemerkt, ich war in meinem Element!



Der Bub träumt sicher davon, wenn er mal groß ist, Lokführer zu werden. Wer würde das nicht, wenn er in solch einer Lok sitzen und dösen kann?



Einfach hübsch...



Nochmal die 8 und 11 am Wasserturm.



Nummer 12, O&K 11603/1928 ohne Tender unterwegs. Sie wurde für Rangieraufgaben verwendet, daher braucht sie nicht viele Vorräte.



Mein Schatz wollte unbedingt ein Foto von mir und meinem Schwiegervater in der Lok mit der unendlichen Nummer haben. Na gut.



Das ist dann noch mal der Schwiegervater und TC auf der Lok, welche mittlerweile über das frisch ausgetauschte Gleis zur Einsatzbesprechnung zur Lokleitung vorgerückt war.



Nummer 8 vor der Halle mit der Bagage.



Und die 11 ist nachgerückt.



Die 8 wird bereits beladen. An der 11 kann man nun deutlich auch die zweite Besonderheit javanischer Feldbahndampfloks erkennen. Der Behälter vor der Rauchkammer, mal mehr mal weniger schön angefertigt. Er ersetzt den defekten Sanddom, im Behälter ist Sand, welcher von einem Sandstreuer manuell auf die Gleise verteilt wird. Ich stelle euch später noch zwei Sandstreuer vor.



Nun wird auch die 10 beladen. Links wieder TC.

Jetzt geht es ins Feld!



Die 8 wartet auf den Fahrbefehl.



Aber er kommt nicht...



... weil erst noch was an der Ausfahrtweiche gerichtet werden musste. Das Warten hat in Indonesien einen Namen: Jam Karet (Jam = Stunde, Karet = Gummi). Zeit ist halt ein dehnbarer Begriff...



So, Volldampf vorr... rückwärts! Denn die Loks werden nicht gedreht, und fahren für den Fotografen unattraktiv Tender voraus aus dem Betriebsgelände. Irgendwann in der Nacht kommen sie dafür richtig rum mit Loren hinten dran wieder rein. Zwischen Lok und Tender balanciert der Hilfsheizer, welcher die Bagage vom Tender ins Führerhaus reicht. Er hat auch noch einen anderen Job: Sandstreuer. Einen kennt ihr jetzt.



Nummer 8 ist um die Ecke...



... und entschwindet erstaunlich flott.



Währenddessen wird die 10 immer noch beladen.



Und dann geht alles ziemlich schnell, die 10 ist 'meine' Lok. Sie schaukelt über die Gleise, fotografieren ohne verwackeln unmöglich. Durch die Verkleinerung des Bildes fürs Forum hat es allerdings wieder etwas an Schärfe gewonnen.



Die Hand des Lokführers am Regler. Wir werden von der Lok mächtig durchgeschüttelt. Und dann eine Kurve, der Lokführer nimmt den Regler zurück, der Heizer und der Sandstreuer steigen aus, und laufen neben dem von der Lok rückwärts geschobenen Tender her, reine Routine... Unverständliche Rufe, der Regler wird ganz zurück genommen, die Bremse wird festgezogen. Was ist passiert?



Ja, was wohl...



So schlecht sind die Gleise nicht mal auf meiner provisorischen Modellbahn im Heizungskeller verlegt... Außerdem kann man hier die Lok-Tender-Kupplung (am Tender) sehen.



Wie geschrieben, reine Routine, alles im grünen Bereich. Der Lokführer zaubert zwei entsprechend zurechtgeschnittene Gleisstücke hinter einer Klappe hervor, sie werden vor den entgleisten Tenderradsatz gelegt, ein bisschen Bagage für den Höhenausgleich darunter, ein wenig Bagage als 'Schmiermittel' darauf, Regler auf, ein kurzer Ruck, und...



... der Tender steht wieder im Gleis!



Und weiter geht’s. Da man in der Kurve neben der Lok herlaufen konnte, habe ich das als Fotohalt genutzt.



Ein Stück weiter. Hinter der Lok der nebenberufliche Sandstreuer, der unterwegs auch die Weichen stellen muss.







Und weiter gehts.



Der Sandstreuer springt wieder auf seinen angestammten Platz, während die Lok auf ein paar leere Loren zudampft.



Die Loren sind am Haken, und nun hat auch die Dorfjugend die "Langnase" (mich) entdeckt. "Gila" Langnasen sieht man in dem Dorf ja nur zur Zuckerrohrernte-Saison. Ansonsten anscheinend ein verschlafenenes Nest, in dem höchstens mal ein Sack Reis umfällt.

(gila = verrückt)



Ein letzter Blick vom erhöhten Bahndamm auf die Fabrik. Das Zuckerrohr im Vordergrund hat etwa eine Höhe von 2,5 bis 3 Meter. Es war schon spät, es war Zeit, dass wir wieder nach Hause fahren. Spät? Etwa 5 Uhr. Für Indonesier ist das spät. Denn ab 6-7 Uhr wird es dunkel. Wieder etwa 4 Stunden Fahrt mit allerlei Essensstops lagen vor uns...

Zum Abschluss ein Gleisplan von PG Sindanglaut. Den habe ich am nächsten (Ruhe-)Tag mit den Buntstiften meiner Schwägerin gezeichnet, aus dem Kopf. Allerdings schon mit dem Ziel, das mal in (H)0e zu bauen, und daher von den Proportionen etwas verzerrt, teilweise vereinfacht und zusätzlichen Möglichkeiten (Abtransport des Endprodukts zu einer Staatsbahnlinie, umladen der Bagage in die Hallen über ein Zusatzgleis), und die Gummikonkurrenz wird nur bis zum Verladekran zum Umladen auf die Lohren reingelassen. Nicht weiter! Da kann man dann schon ganz ordentlich rangieren. Ausserdem gibt es ein Gleis, auf dem neue Mahlwalzen und andere Ersatzteile in die Maschinenhalle gefahren werden können. Zur Realisation, vorzugsweise in 0e, fehlen mir allerdings noch die passenden KL-D-Kuppler, die Magic-Train-Lok könnte man zumindestens für Verschiebeaufgaben innerhalb des Werksgeländes verwenden, auch die Diesel-Loks aus dem Magic-Train-Programm kann man dafür nehmen. Aber im Prinzip ist es Sindanglaut, TC hat es sofort erkannt, seine Bemerkung war "Photgraphic memory".



Selamat tidur!


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