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#1

Der Keretapi-Virus...

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 17.05.2006 08:58
von 52_2006 • 374 Beiträge
... ist ein ganz schlimmer! Einmal gefangen, wird man ihn niemehr los. Das liegt an dem faszinierenden Land, an den Leuten, und natürlich an der indonesischen Eisenbahn, speziell auf Java. Mich hat diese spezielle Art des Eisenbahnvirus im September 2001 befallen, gerade als 9/11 rum war - an die Bilder davon erinnere ich mich noch genau, in dem Hotel in Pasuruan auf dem Weg nach Bali, kleiner Fernseher im Frühstücksraum, schlechter Empfang, Bild krisselte, da sah man die Flieger in die Türme krachen, ich konnte nicht glauben, was ich da sehe, was der Sprecher sagte, verstand ich nicht, und was mir übersetzt wurde, klang einfach unglaublich, dachte, die zeigen da irgendeinen billigen neuen B-Movie. Was da passierte verstand ich erst eine Woche später zurück in Bandung beim Blättern in der englischsprachigen Jakarta-Post und der Newsweek.

Zurück zur Eisenbahn: Ich war zuvor schon zweimal in Indonesien, habe mich damals aber nicht für die Eisenbahn interessiert, das ging dann erst wieder los, als ich meine Modellbahnsachen wieder rausgekramt habe und erste Versuche mit diesem Hobby machte. Ich erinnere mich noch genau an die Fahrt mit dem Auto von Bandung nach Bali und zurück. Irgendwo bei Tegal lagen da Feldbahngleise über die Hauptstraße rüber, genauso verlegt wie die Modellgleise daheim im Wohnzimmer quer über den Fußboden, als wir da mit dem Auto drüberholerten, fragte ich natürlich warum die da so liegen. Mir wurde von den Schwiegereltern erklärt, die stammen noch von den Japanern aus dem 2. Weltkrieg und würden nicht mehr benutzt. Weiter östlich verfolgte ich am Straßenrand vergammelnde Gleise. Ausserdem hatte ich in einem Nebensatz in einem billigen Reiseführer mal erfahren, dass es in Ambarawa, wo das liegt, wussten weder meine Schwiegereltern noch unser Fahrer, ein Eisenbahnmuseum gibt, in dem es sogar einige in Deutschland gebaute Lokomotiven geben solle. In den besseren Reiseführern hatte ich diese Information nicht gefunden. Ich fand dann auf einer Karte nach langer Sucherei heraus, dass das Museum zwischen Semarang und Yogyakarta lag, also fast auf dem Weg, und so bat ich um einen Zwischenstopp dort auf der Fahrt nach Bali. Was ich dort zu sehen bekam, ist in einem Beitrag hier zu sehen. Es ging dann weiter Richtung Bali, irgendwo bei Probbolingo (Ost-Java) stand dann eine kleine Diesel-Feldbahnlok neben der Straße und tuckerte da vor sich hin. Es gab da überall Feldbahnloren auf diversen Gleisen, das interessierte, und so entstand wenigstens ein Foto von Nummer 5. Ein paar Kilometer weiter - wie ich heute weis, in der Nähe der Zuckerfabrik Olean - stand eine kleine Feldbahndampflok am Straßenrand auf einem Sockel. Ein alter Mann deutete beim Fotografieren der Lok ständig nach Norden, und sprach dabei einen Dialekt, denn niemand in der Reisegesellschaft verstehen konnte, heute weis ich, dass er mir sagen wollte, dass es dort in Olean noch mehr gibt, und die stehen nicht auf Sockeln. Ohne zu wissen, was ich verpasst hatte gings weiter, für eine Woche rüber nach Bali. Auf dem Rückweg, dieses Mal südliche Strecke über Yogyakarta konnte ich wieder Feldbahngleise verfolgen, naja noch von den Japanern, mich wunderte allerdings der teilweise gute Zustand und der interessante Streckenverlauf, ich hoffe dass ich mal bei Tageslicht wieder an diese Stelle komme um das zu dokumentieren. Unterwegs habe ich dann noch eine Lok der Staatsbahn an einem Bahnübergang fotografiert, ohne zu wissen, was das überhaupt für eine Lok war, ein bischen deutsch (sie erinnerte mich etwas an die V100, nur etwas kleiner) wirkte sie schon, und auf dem Foto ist dann auch ein Fabrikschild von Krupp zu sehen. Das machte mich dann schon neugierig, und eines Nachmittags war ich dann auf dem Bahnhof in Bandung und hörte erstmalig das fantastische Motorgeräusch einer amerikanischen Diesellok!

Drei Wochen später, kaum wieder zuhause, Abends, im Internet unterwegs, denke ich, ach könntest ja mal gucken, was das in Indonesien da war, über die Feldbahn mit der Nummer 5 und die Lok auf dem Sockel, vielleicht gibts da Infos im Netz. Und dann stieß ich auf die Webseite von Rob Dickinson...

Der Rest ist Geschichte!

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#2

Der Keretapi-Virus...

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 20.12.2006 20:53
von 52_2006 • 374 Beiträge
Inzwischen bin ich in javanischer Erdkunde noch besser, und kann zu obigem Text folgende Korrekturen liefern:

Die Dampflok auf dem Denkmalsockel in Ost-Java gehört zur PG Wringinanom, siehe "Palmen, Zucker und Dampf" (PZD) Teil 5. Die Diesellok, die an der Straße stand und vor sich hintuckerte, gehört zur PG Panji, welche östlich von Wringinanom und südöstlich von Olean liegt. Heute weis ich auch, dass ich damals auf dem Weg nach Bali und zurück an noch viel mehr aktiven Zuckerfabrik vorbeigekommen bin (teilweise liegen die direkt an der Hauptstraße!!!) als ich dachte. Ich muss total blind gewesen sein, und das mitten im September, Hochsaison der Zuckerrohrernte. Aaargh!

Wer die Standorte selbst am PC ansehen möchte, der mag in Teil 27 von PZD die Google-Earth-KMZ-Datei herunterladen und sich die Fabriken von oben ansehen.

Ich hoffe, die Leser von PZD mit dem Virus Kereta Api angesteckt zu haben!!!

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