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Palmen, Zucker und Dampf - Teil 4 - Olean (m29B)

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 11.10.2006 18:34
von 52_2006 • 374 Beiträge
8. September 2006

Nach dem Mittagsessen, und dem Abstecher nach Wringinanom, den ich im Teil 5 präsentieren werde, kehrten wir nach Olean zurück, um uns zu erkundigen, wo die Loks gerade sind.


Die Diesellok rangierte gerade im Bagasse-Bereich. Hier wird die Bagasse zwischengelagert, die die Fabrik oder die Loks nicht verbrauchen konnte. Andere Fabriken verkaufen ihre Bagasse auch an Papierfabriken.


Dann kam gerade auch Lok 7 "Hyjang "(O&K 4300/1910, ex Pajarakan 7) mit einem beladenen Lorenzug aus den Feldern.


Nummer 5 wartete auf dem schon bekannten Gleis neben der Straße, die weiter hinten zu dem schon bekannten Feldweg wird, und qualmt die Anwohner zu.

Wir sind dann Nummer 4 suchen gegangen, sie sollte dieses Mal am nordwestlichen Ende des Systems unterwegs sein, also den schon bekannten Feldweg nach Westen, dann nach Norden, und dann konnte man sie ganz weit hinten auf dem Gleis sehen.


Nummer 4 ist in Bildmitte als kleiner Kleks erkennbar. Der Feldarbeiter auf dem Fahrrad hat wohl schon Feierabend, und bringt Süßigkeiten mit nach Hause.


Wir mussten dann doch noch einige Zeit warten, nebenan auf dem Feld war man damit beschäftigt, Zuckerrohr für das nächste Jahr anzupflanzen.


Ein untrügliches Zeichen, das bald was passieren muss, ist wenn schonmal die Büffel kommen.


Die Büffel wissen anscheinend selbst, wo sie hin müssen, kein Seil, und wenn sie ins Feld ausbüchsen würden, hätte der Viehtrieber mit seinem Rad schlechte Karten. Und diese Viehcher hatten auch keine Langnasenphobie.


Und dann qualmt es und der Punkt wird größer!


Also schnell rüber in den Acker!


Jetzt kann man gemütlich mitlaufen, die Lok schnaubt und stöhnt und schleudert mit der Last.


Dufftschsch Dufftschsch Duftschsch...


Dufftschsch Dufftschsch Duftschsch...


Dann verschwand sie erstmal um eine Ecke...


... um gleich wieder eingeholt zu werden, aber nicht überholt. Rob Dickinsons Reisegruppen hatten, wie uns TC bei der Gelegenheit erzählte, auf diese Weise schon öfters sogenannte "Olean Stripes" auf den Leihwagen hinterlassen. Diese Saison konnte die Gruppe das aber nicht, denn der Reisebus wäre da erst garnicht hingekommen. Auch für uns war es besser, das nicht zu machen, denn sonst hätten wir Ärger mit meinem Schwiegervater bekommen... ;-)


Der Zug konnte sich auf diese Weise und eine Abkürzung, die man nicht mit dem Auto nehmen kann, einen deutlichen Vorsprung rausholen, so dass wir den Zug erst am Ende der schon erwähnten Mangoplantage einholten. Die Brücke habe ich am Morgen auch von der anderen Seite fotografiert.


Der Feldweg wird wieder zur Straße und die am Boden schleifende Ladung wirbelt ordentlich viel Staub auf.


Telefonkabelreparatur auf indonesisch: Mit einer Schnur als Zugentlastung die Enden wieder zusammengebunden und die Leitungen wieder zusammengezwirbelt. Hauptsache, es funktioniert. Ob das Kabel von einem überladenen LKW mit Zuckerrohr durchgerissen wurde?


Nummer 4 musste dann erstmal warten, bis Nummer 5 ins Werksgelände schnaubte.


Dann durfte auch die 4.


Gewogen wurden die Loren anscheinend nicht, dafür ging es für meinen Geschmack etwas zu schnell über die Gleiswaage, aber jetzt ging die Rangiererei los, beide Züge hintereinander, beide Loks kuppeln ab.


Nummer 5 schiebt erstmal den letzten von den LKWs beladenen Zug in die Abstellgruppe, und kehrt dann, hier zu sehen, zurück und setzt sich hinter den Zug, den Nummer 4 vom Feld abgeholt hat. Hier ist übrigens die einzigste Doppelkreuzweiche zu sehen, die es laut TC bei einer javanischen Zuckerbahn gibt. Falls noch jemand eine andere gesehen hat, bitte melden!


Nummer 4 schiebt währenddessen den von der 5 ins Werk geholten Zug in die Abstellgruppe.


Die 4 setzt vor die 7, beide fahren rückwärts zum Lokschuppen, der hinter den beiden Loks zu sehen ist.


Nummer 5 hat sich hinter den Zug von 4 gesetzt, und außerdem noch ein paar Loren am Haken, die auf einem anderen Gleis abgestellt waren. Numer 5 schiebt den Zug von Lok 4 in die Abstellgruppe und fährt dann auch zum Lokschuppen. In der Bildmitte warten Arbeiter auf den gemeinsammen Feierabend.


Die Diesellok rangiert die Loren, die Nummer 5 noch hinter sich herbeigeholt hatte, in die Abstellgruppe. Das war die letzte Handlung des Tages, die Dampfloks haben sich inzwischen alle zum Lokschuppen verdrückt.


Nummer 7 ist bereits abgestellt.


Und was steht sonst so rum? Nummer 1 hatte ich bereits gezeigt. Rechts, das ist die derzeit nicht betriebsfähige Lok 2, O&K 4869/1911. In der Mitte sind gleich zwei Loks abgestellt, O&K 4360/1910 und was ganz seltenes, Maffei 4247/1921. Lokomotiven von Maffei sind in Java recht selten.

So, und damit ihr das Rangieren der Züge schön nachspielen könnt, zunächst ein Foto der Fabrik aus Google-Earth...


(Anmerkung: Bild musste erneut hochgeladen werden, ist nun um 90° im Uhrzeigersinn gedreht.)

Was sieht man: Oben von links nach rechts die Straße, die weiter im Westen an der Mangoplantage nach Norden abbiegt, und zum Feldweg wird. An der Straße entlnag verläuft das Gleis, an dem viele Bilder entstanden. Von Nord nach Süd verlaufen die Gleise, über die die volen Züge in die Fabrik rein kommen (rechts, mit beladenen Loren), und links die für ausfahrende Züge. Man kann als Schatten den Schornstein der Fabrik erkennen, links davon etwa auf gleicher Höhe am Gleisfeld ist der Lokschuppen. Links vom Lokschuppen unter den beiden Bäumen ist der Blokkran. Unterhalb des Lokschuppen macht die Gleisanlage einen Knick nach rechts, da ist deutlich ein besonders hohes fast quadratisches Dach zu sehen, hier werden die Loren entladen. Das nach Norden deutende lange Dach ist die Maschinenhalle, dazischen und dem Schornstein ist das Kesselhaus, rechts davon befinden sich die Kessel zum Verdicken des Zuckersafts mit Schwefel und Kalkzugabe, und die Zentrifugen zur Sepration von Zucker und Melasse. Das Melasselager befindet sich übrigens links oben in der Ecke. Am unteren Bildrand ist die Abstellanlage für die Loren. Am rechten Rand der Abstellanlage ist das Bagasselager. In etwa Bildmitte ist das Lager für das Endprodukt, die beiden horizontal ausgerichteten Dachgibel, das eine Dach davon blau.

Aber das Sat-Foto ist noch zu toppen, denn nachdem alle Loks im Schuppen waren, und wir wieder raus, habe ich die Kamera auf niedrige Bildqualität runtergeschaltet, und sämtliche Weichenstraßen im Zusammenhang zueinander fotografiert. Zwei Tage später, am Abend, ich war offensichtlich nicht ausgelastet, hab ich dann Winrail genommen, und mit Hilfe auch der Propotionen des Satfotos den Gleisplan von Olean nachkonstruiert. Der Gleisplan hat nur einen Fehler, mit 7 Meter Länge einfach zu groß, um ihn 1:1 in H0e nachzubauen.


Nach Westen und Norden sind die Gleise in die Felder. Na dann viel Spaß beim Rangieren!

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