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Palmen, Zucker und Dampf - Teil 6 - Merican (m32B)

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 15.10.2006 18:31
von 52_2006 • 374 Beiträge
9. September 2006

Nach dem kurzen Ausflug zum Besuch des Bahnhofs von Kediri und der beiden Denkmalloks in Madiun am 10. September kehre ich mit meinem Report wieder zum 9. September zurück. Im Laufe des Nachmittags kamen wir in Kediri an, und nachdem die Hotelzimmer direkt in der Innenstadt bezogen waren, das Hotel hatte wohl schon seine besten Zeiten hintersich, aber immerhin war man bemüht, dem alten Kasten einen optisch zeitgemäßen Haupteingang zu spendieren, stand die Zuckerfabrik PG Merican auf dem Besuchsplan. Sie befindet sich auf der anderen Seite des Flusses Brantas an einer Flußbiegung nördlich von Kediri. Das Gelände der Fabrik ist offen zugänglich, es gibt keine Mauern, es führt sogar eine stark frequentierte Straße mitten durch das Gelände, natürlich auch über die Feldbahngleise. Das das Gelände offen ist, heist aber nicht, dass es kein Wachpersonal gibt, welches ein besonderes Augenmerk auf fotografierende Langnasen hat, um Eintrittsgelder zu kassieren. Wie üblich hat TC das wieder geregelt.


Lok Nummer 6, Achsfolge B1, O&K 894/1901 beim Beladen mit Bagasse.


Im Depot geht es eng zu, mit sichtbarer Rauchkammer im Vordergrund heizt Nummer 8 (O&K 11348/1927, Klien-Lindner-D-Kuppler), direkt dahinter lugt die Rauchkammer der Nummer 4 (O&K 893/1901, baugleich mit Nummer 6) hervor, vor Nummer 4 steht Nummer 5 (O&K 10740/1923, KL-D-Kuppler) und vor der 8 das ist die 2, Borsig 8271/1912.


Um euch noch ein klein wenig auf die Folter zu spannen: Die Anlieferung des Zuckerrohrs erfolgt in der PG Merican heutzutage ausschließlich per LKW, im Entladebereich des Werksgeländes wird mittels des Blockkrans auf Loren umgeladen, und die LKWs müssen 'ihre' Lore mit einem Drahtseil zu einem Zug zusammenziehen.


Und dann rückten die Dampfloks an... Es dämmerte bereits, so 'raste' Lok 5 Tender vorraus schneller als geschätzt durch meine Langzeitbelichtung.


Abendsession. Man braucht ein Stativ, Blitz aus, und die Langzeitbelichtung. So viel war mir klar, ich musste aber noch etwas mit der Belichtungszeit und mit der "Filmempfindlichkeit" experimentieren, so entstanden zunächst erstmal an diesem Objekt (Lok Nummer 6) diverse Testbilder, die unterschiedlich hell ausfielen. Das hier gefällt am besten. Später wurde es allerdings richtig dunkel, was die Sache noch ein bischen erschwerte.


Wie man sieht, wurde es allmählich dunkler. Nochmals Nummer 6 aus einem anderen Blickwinkel. Die Lokführer machen solche Feuerfontänen natürlich nicht einfach so, aber wenn man ihnen ein Päckchen Zigatretten gibt, dann wird gefeuert bis die Sicherheitsventile ihren Dienst tun müssen.


Nummer 4 unter Volldampf, der schwer beladene Zug will zu den Abstellgleisen gezogen werden. Hier unter dem Dach der Gleiswaage hindurch.


Wenn etwas Wind bläst, dann wird auch der Feuerschweif mitgeblasen. Hier zu sehen bei Lok 6.


Das Bild entstand nur wenige Sekunden später. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch beschlossen, zu Weihnachten eine neue Digitalkamera zu kaufen, mit einem größeren Bildsensor, die kleine Minolta stößt hier bei der Empfindlichkeit und beim Rauschen doch an ihre Grenzen.

Wir hatten dann alle aktiven Loks mit Feuerfontänen abgelichtet, und es stellte sich langsam ein Hungergefühl ein. Also beschlossen wir, am kommenden Morgen wieder hierher zu kommen, um das Ganze nochmal bei Tageslicht zu betrachten.

10. September 2006

Sonntag. Nach dem wirklich dürftigen Frühstück in dem Hotel, eine umgestülpte Tasse Reis auf dem Teller, einem hartgekochtem Spiegelei und Tee, bin ich auf den Hotelparkplatz und staunte nicht schlecht. Javaner sind chronische Fußkranke, jeder Meter wird heute üblicherweise mit einem motorisierten Untersatz zurückgelegt. Kediri galt früher als die Stadt der Fahrräder, naja, zweirädrig ist man noch heute dort unterwegs, aber mittlerweile können sich alle Mopeds und Motorroller der 50-80 Kubik-Klasse leisten, und dementsprechend war am Samstag bei unserer Ankunft in der Stadt jeder Meter mit diesen Mopeds vollgeparkt, zwischen den auf den Straßen der Innenstadt im Stau befindlichen Autos zwängten sich unzählige Motorräder hindurch, noch schlimmer als auf Bali! Nur heute, ich konnte es kaum glauben, war heute Stadt-Lauf-Marathon? Tausende Menschen fast jeglichen Alters liefen diese Hauptgeschäftsstraße, an der auch unser Hotel lag hinunter, so weit man die Straße hinauf und herunterschauen konnte, nur Fußgänger! Sportliches Joggen konnte man das nicht nennen, sondern eher entspanntes Gehen. Eine Ewigkeit dauerte dieses Szenario, bis dann endlich Zeit war, die Autos wieder mit Koffern zu beladen. Als dann die Straße endlich wieder befahrbar war, ist die eine Gruppe schonmal nach Madiun gefahren, und die andere Gruppe wie geplant nochmal nach Merican.


Zunächst war eine erneute Anmeldung im Büro notwendig, wir mussten aber nicht nochmal bezahlen. Währenddessen rangierte dieser Traktor einige geschlossene Wagen, die das Endprodukt beinhalten. Das Gleis führt quer über das Werksgelände zum Lagerhaus, hat aber keine (funktionierende) Verbindung mehr zu den übrigen Gleisen.


Dies ist die am vorigen Abend nicht im Einsatz gewesene Nummer 2, Borsig 8272/1912.


Die 2 rangiert im hinteren Teil des Gelände, sie holt die Züge aus den Abstellgleisen, die von der anderen Seite von den anderen Loks befüllt werden. Da hat der Sandstreuer ordentlich zu tun.


Die 2 zieht die beladenen Loren in ein langes Stupfgleis am Ende der Gleisanlage.


Und dann wartet sie dort...


... und wartet ...


... und wartet, wobei man genug Zeit hat, immer neue Blickwinkel zu entdecken, wie hier durch das Portal der werkseigenen Moschee. Irgendwann erfolgt dann die Freigabe, dass sie den Zug zurückdrücken kann, auf das Entladegleis der Mühle. Wir wollten aber nicht so lange warten, denn wir wollten auch nochmal nach den anderen Loks schauen.




Wieder am Depot, Nummer 5 'schläft' noch.


Währenddessen wird an den Sicherheitsventilen von Nummer 4 gearbeitet. Hat der Lokführer am Abend zuvor die Sicherheitsventile etwas zu sehr strapaziert?


Lok 8 schiebt beladene Loren von der Beladestelle in die Abstellgleise, so dass der Lok 2 die Arbeit nicht ausgeht.


Kaum ist sie über den Bahnübergang drüber, schon drückt sich wieder der Verkehr auf der schon erwähnten Straße durch das Werk hindurch.


Lok 8 fährt wieder zurück, um die Nächste Ladung zu holen.


Ein paar Meter weiter, man beachte auch den Schutzzaun aus Feldbahngleisen.


Im Depot steht auch diese kleine Diesellok. Wenigstens der Motor ist von General Motors (GM).


Auch Nummer 6 war im Rangierdinst.


Auch sie drückt geladene Züge in die Abstellgleise.


Das ist Schwerstarbeit. Zum Glück lies sich noch ein wenig Schatten für uns finden, es war doch recht nett warm.


Während Nummer 8 die nächste Ladung vor sich her schiebt, werden unter dem Dach in einer Wanne zwei Lorenräder erwährmt, die dann auf die im Vordergrund aufgezogen werden sollten.


Nochmals Nummer 8, dieses Mal zog sie einen Zug in Richtung der Abstellgleise. Im Vordergrund der Wasserturm.


Auch Nummer 6 zieht zunächst einen Zug. Der Umlauf ist wie folgt, fangen wir mit Nummer 8 an: Sie zieht einen frisch beladenen Zug bis etwa zur Mitte zwischen Beladekran und Abstellgruppe, und kuppelt dort ab, und setzt sich hinter den Zug, den zuvor Nummer 6 auf die gleiche Weise dort hin gebracht hat, drückt diesen in die Abstellgleise und fährt zurück. Währenddessen zeiht die 6 einen weiteren Zug bis zur Mitte, kuppelt ab, und drückt den von der 8 gezogenen Zug in die Abstellgleise. So geht das dann fortwährend, ähnlich wie schon am Abend im Olean beobachtet.


Um den Loren-Kreis zu schließen: Nachdem die 2 die beladenen Loren aus den Abstellgleisen weiter gezogen hat, und aus dem Stumpfgleis zum Entladegleis gedrückt hat, zieht dieser Ford-Traktor die entladenen Loren wieder zur Entladestation zurück.


Der Traktor vom Morgen hat einen voll beladenen Zug von der Mühle zu der Lagerhalle gebracht. Ich wollte natürlich auch sehen, wie die Wagen entladen werden.


Mit diesem Kraftprotz beende ich meinen heutigen Beitrag!

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Noch ein Bildnachtrag:


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