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Palmen, Zucker und Dampf - Teil 23 - TCs Bilder 2006 (m22B)

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 19.11.2006 18:48
von 52_2006 • 374 Beiträge
Hallo, nach längerer Pause gehts weiter. Ich hoffe, ihr fiebert dem Teil schon entgegen. So hattet ihr auf jeden Fall Gelegenheit, alle älteren Folgen ausgiebigst zu würdigen. Leider ist der letzte Teil über Ambarawa so gut wie unkommentiert geblieben, sieht man mal von der Bitte nach mehr eines Süchtigen ab. Weiter gehts.

Blitar

Blitatr ist ein unbedeutender Ort irgendwo südlich von Kediri, die Zuckerfabrik Mojoagung ist - soweit ich das überblicke - da in der Nähe. So unbedeutend ist Blitar dann aber doch nicht, immerhin wurde dort der erste Präsident Indonesiens, Sukarno, dort geboren. Eisenbahntechnisch gibts dort nicht viel zu sehen:


Im BW gibts diese Halle mit Untersuchungsgrube und Hebeböcken für Loks. Man beachte auch das Geländer aus Schienen.


Dann diesen historischen Güterwagen, noch mit der alten Hakenkupplung.


Ein Drehgestell des Wagens im Detail, deutlich ist die Bezeichnung der alten Staatsbahn SS (Staatsspoorwegen) aus der Kolonialzeit auf den Lagerschalen zu sehen.


Noch ein Blick auf diesen Wagen.


Ein etwas jüngerer Wagen, dieser hat schon die moderneren Klauenkupplungen, ist aber auch schon mindestens 20 Jare alt, da er noch mit PNKA beschriftet ist, denn das war die Bezeichnung der Staatsbahn bis in die 1980er.


CC201 02, die zweitälteste GE-Dieselok auf Java, sie wurde 1977 gebaut, ist also fast 30 Jahre alt.


Was ganz altes: Weichenherzstück von Krupp aus dem Jahr 1875!!!

Cepu

Cepu, die Waldbahn. Einst hatte die Waldbahn von Cepu ein ausgedehntes Schienennetz, um geschlagene Teakholzbäume abzutransportieren. Der endgültige Niedergang begann 1997 in Folge der Wirtschaftskriese in Asien, und speziell durch die anarchische Zeit, als das Suharto-Regime gestürzt wurde. Keine Bewachung, keine Polizei, und große Armut der Bevölkerung der Gegend führte zur Selbstbedienung, die Teakholzplantagen wurden an vielen Stellen illegal gerodet, das wertvolle Holz abtransportiert und verkauft. In Folge dessen musste der Betrieb in der Plantage deutlich reduziert werden. Die lange Zeit in >Cepu beheimatmete Lok C12 18 ist, wie in Teil 22 gezeigt, inzwischen im Eisenbahnmuseum von Ambarawa. 2006 war ein schlechtes Jahr für den Besuch von Cepu, etwa ein Kilometer vom Depot weg ist eine Brücke, welche dieses Jahr unbefahrbar ist. Die Reparatur hätte laut Bernd Seiler etwa 300 Euro gekostet, die Reparatur wurde aber nicht durchgeführt. Einen Zug zu mieten kostet umgerechnet umgerechnet 700 Euro, ziemlich viel Geld für nur eine Lok und 1 km Strecke. Robs Truppe scheint es trotzdem gemacht zu haben, immerhin war ja das beschworene Ziel, alle Dampfloks und Dampfmaschinen auf Java in vier Wochen abzuklappern.




Der E-Kuppler ist von Schwarzkopff, mehr Daten zu der Lok habe ich gerade leider nicht greifbar.

INKA, Madiun

INKA ist der einzigste Hersteller für Lokomotiven und Wagen in Indonesien und ist eine Tochtergesellschaft der staatlichen PTKA Eisenbahngesellschaft. Inka ist in Madiun direkt an der Bahnlinie und hat eine Lizenz von General Electric, um Loks des Typs U20C zu bauen. Die aktuelle Version dieser Lok heist bei der PTKA CC204 (MK 2), von der schon 7 Stück gebaut wurden (CC204 02 - 08). Sie unterscheiden sich von der CC203 durch einen Motor mit 500 PS mehr als die CC203 (also 2000 PS), der auch Biodiesel-tauglich ist und eine elektronische Steuerung, die derzeit bei älteren CC201 auch nachgerüstet wird. INKA baut außerdem Personen- und Güterwagen für die Staatsbahn und auch elektrische Triebwagen für das Schnellbahnnetz von Jakarta. Ob bisher rollendes Material für ausländische Bahnen gebaut wurden, entzieht sich meiner Kenntnis, bis auf eine CC203, die an die Philippinenn geliefert wurde, und dort bei einer Hafenbahn im Einsatz ist. Allerdings stand vor einem Jahr der Bau von 100 CC204 für die thailändische Staatsbahn im Raum, wie der aktuelle Stand der Dinge ist, entzieht sich meiner Kenntnis. Wenn gerade keine Neubauten anstehen, betätigt sich INKA auch als Ausbesserungswerk für Personenwagen der PTKA, und versucht sich auch an anderen Sachen, da zeige ich gleich was witziges.


Das Werk residiert in einem historischen Ausbesserungswerk. Wie man sieht, war die Auslastung gerade ziemlich hoch.


Zwei neu gebaute Wagenkästen für die ARGO-Schnellzüge.


Der hier ist fertig lackiert. Man wendet sich derzeitig von der aus den 1980ern stammenden Lackierung mit weißen Wagenkästen und blau-grauen Streifen ab. Die alte Lackierung gefällt mir deutlich besser, als die vielen verschiedenen neuen Variationen, die derzeit unterwegs sind. In einem späteren Beitrag gibts noch ein paar Variationen zu sehen.


Die Schiebebühne des Werkes, sie ist in Google-Earth klar und deutlich zu sehen.


Der Prototyp für den Java-ICE?


Noch nur ein Gehäuse. Vielleicht stülpt man es ja über eine D301 Diesellok?


Man versucht sich auch im Automobilbau. Dies ist aber (bisher?) ein Einzelstück. Einen Schönheitspreis gewinnt dieser Kleinwagen sicher nicht.




Im Außenbereich stehen dann noch zwei Relikte, leider habe ich keine Quelle, welche verrät, was für Loks das sind. Ich vermute gefühlsmäßig einfach mal, dass die Kastenlok aus dem Hause Hohenzollern stammt. Breda oder Hanomag wäre allerdings auch möglich.

Mangarai

Mangarai ist ein Bahnhof in Jakarta, bald nur noch. Mangarai war lange Jahre auch ein Ausbesserungswerk der Staatsbahn für Personenwaggons und die elektrischen Triebwagen der Schnellbahnen rund um Jakarta. Mangarai liegt aber so attraktiv im Inneren Jakartas, so dass das Grundstück gewinnbringend verkauft werden kann, um hier eine neue Shopping-Mall oder sonstwas zu bauen. Daher wird Mangarai derzeit geräumt, alles was nicht mehr gebraucht werden kann, wird verschrottet. Robs Reisegruppe war nochmal dort, und dabei entstanden die folgenden Fotos. Weitere Fotos von meinem Besuch in 2005 zeige ich später.


D301 58 ist die Werkslok von Mangarai, sie hört auf den Namen "Bromo" (ein Vulkan im Osten Javas), und sie zieht anscheinend frisch aufgearbeitete Personenwagen aus dem Werk heraus. Hier eine weitere Variation des neuen Personenwagendesigns. Von Einheitsdesign kann man wahrlich nicht sprechen.


Wem die Lok vom Design her sehr deutsch vorkommt, liegt richtig. Die Reihe D301 wurde als Typ M350D zwischen 1962 und 1963 von Krupp gebaut. Es gab 60 Loks dieses Typs bei der PKNA, wieviele es bis zur PTKA geschafft haben, und noch im Dienst sind, weis ich nicht.


Dies ist 'Bonbon'. Es handelt sich dabei im die WERKSPOOR-HEEMAF Elok 202 (WH 202), welche in den 1920ern gebaut wurde. Die Indonesian Railway Preservation Society (IRPS http://www.irps.or.id/index.html) hat dafür gesorgt, dass die Lok nicht verschrottet wird. Sie wurde von ihrem langjährigen Abstellplatz im 'Dschungel' von Mangarai zunächst auf ein besser zugängliches Gleis geschafft, um hier zunächst notdürftig aufgearbeitet zu werden. Wahrscheinlich wird sie noch einen neuen Anstrich bekommen, und dann wird sie im alten Hauptbahnhof Jakarta Kota als Denkmal aufgestellt.


Ein anderes Relikt aus vergangender Zeit ist dieser Dampfkran, er wurde 1916 von Figee in Haarlem/Holland unter der Fabriknummer 1956 gebaut. Er war, bis er von einem modernen Gottwald-Kran abgelöst wurde, für das Aufgleisen entgleister Loks und Züge auf ganz Java im Einsatz. Hoffen wir mal, dass er im Transportmuseum in Taman Mini, Jakarta, ein neues Zuhause bekommt.

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