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Palmen, Zucker und Dampf - Teil 26 - PG Oleankecil in H0e

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 25.11.2006 21:00
von 52_2006 • 374 Beiträge
Die Serie "Plamen, Zucker und Dampf" über meine Java-Reise zu einigen Zuckerfabriken Ostjavas macht ausnahmsweise mal im Modellbahnforum Station, da ich ja schon im Verlauf der Serie den Plan geäußert habe, eine Zuckerfabrik als H0e-Modell zu bauen. Wer mit dem Thema nicht vertraut sein sollte, sollte sich zunächst das große Vorbild, die Zuckerfabrik PG Olean im Teil 2, 3 und 4 der Serie ansehen, um die Atmosphäre von dort einzusaugen.

PG Oleankecil
'kecil' ist indonesisch und heist 'klein'

Den noch auf Java entstandenen Originalgleisplan (siehe am Ende von Teil 4) habe ich nun in mehreren Schritten in der Länge und Breite eingedampft, ohne die grundsätzliche Anordung der Gebäude und Gleise zu verändern. Lediglich die Gleislängen wurden reduziert und ein paar wenige Gleise (einige Abstellgleise, ein Ausfahrtgleis) mussten entfallen, um Weichenlängen einzusparen. Die Gleise weiter ins Werksgelände hinein (also nach oben) werden in der Kulisse enden, es lassen sich aber (später) Fiddle-Yards oder ein Schattenbahnhof dahinter anbauen. Denn der Originalgleisplan mit einer Länge von 7 Metern Länge und 1 Meter Breite war mir dann doch etwas zu heftig. Ich denke mit den Ausmaßen von nun 3,8 x 0,65 Metern (festrichelter Rahmen) bin ich auf ein realisierbares Maß gekommen, das ich hier auf meinem Dachboden aufstellen kann. Ein 1:1-Ausdruck liegt vor, die ein- und ausrückenden Lorenzüge können immer noch eine maximal mögliche Länge von 70-100 cm inklusive Lok haben (gemessen an den drei Ausgangsgleisen), wobei ich bezweifle, ob eine einzelne Roco HF 110C das überhaupt schaffen wird. Das werde ich sehen, entweder gibts dann Vorspann (gibts auch beim Original), oder die PG Oleankecil kauft zur Erprobung eine Fleischmann 94 in N und arbeitet sie in eine Luttermöller nach PG-Pagottan oder gar PG Tasik Madu Vorbild um, und entscheidet dann über die Beschaffung weiterer Exemplare.

Das ist der nun vorliegende wahrscheinlich endgültige Gleisplan:



Durch die leicht schräge Anordnung der Szenerie konnte ich zum einen noch etwas Platz in der Tiefe einsparen, und zu anderen kommt so noch etwas Dynamik in den Gleisplan. Die Fabrik besteht aus drei Segmenten. In der Fabrik liegen 38 H0e-Rechts- und Linksweichen, zwei Doppelkreuzweichen und eine Dreiwegweiche aus einem N-Gleissystem (in Winrail habe ich erstmal welche von Arnold ausgewählt, wegen den schön steilen Abzweigewinkeln), und eine selbstgebaute Kreuzung ohne Verzweigungsmöglichkeit in der Mitte des Hundeknochen. Geschaltet werden die Weichen entweder mechanisch über Stelldrähte, oder analog über Unterflurantriebe, das habe ich noch nicht entschieden. Gefahren wird allerdings digital mit zunächst 4-6 Dampfloks und einer oder zwei Dieseloks, dadurch erspare ich mir abschaltbare Gleisanbschnitte und bin wesentlich flexibler, was den Betriebsablauf angeht. Das Problem mit den Loren ist inzwischen zumindestens theoretisch gelöst, die löte ich aus entsprechend zugeschnittenen H-Profilen aus Messing selbst zusammen. Ich schätze mal, dass ich ca. 100-150 Stück bauen muss. Für die Imitation vom Zuckerrohr werde ich mal mit Besenhaaren experimentieren, ich muss mal sehen, wo man das Rohmaterial herbekommt, ohne gleich einen ganzen Besen zu kaufen. Die Gebäude werden zu 100% Eigenbauten sein. Viel Arbeit!

Auf den ersten Blick mag das Thema vom Betriebsablauf eher langweilig sein, Zuckerrohr anliefern, Loren wieder in die Felder, es ist aber deutlich mehr, und vor allem sehr rationell durchdacht:

Von den drei Ausgangsgleisen (L) fahren die Züge vormittags in die Felder, die Loren bleiben dort, die Loks kommen zurück. Zunächst drei Stück, dann werden drei neue Züge zusammengestellt. Abends fahren die Loks wieder raus in die Felder und kommen mit den beladenen Loren über die zwei Gleise an der Gleiswaage (K) wieder herein, die Züge werden über den Weichen in der Mitte geteilt, die Loks vorne kuppeln ab, und fahren nach hinten. Derweil geht eine oder zwei Loks zwischen die getrennten Züge (Diagonales Verbindungsgleis zwischen Ausfahrgleisen und Einfahrgleisen), und schieben die vordere Hälfte in die Abstellgleise (H). Inzwischen können weitere Züge aus dem Feld eintreffen, diese schieben die hinteren Hälften der vorderen Züge mit vor, teilen den eigenen Zug über den Weichen, kuppeln den eigenen Zug etwas weiter vorne ab und schieben die hintere Hälfte des ersten Zuges in die Abstellgleise. Entweder kommen weitere Züge rein, oder die Loks der ersten Züge setzen hinter die erste Hälfte der später eingetroffenen Züge und schieben diese in die Abstellgleise. Dann setzen die Loks hinter die hintere Hälften der noch verbliebenen Züge und schieben diese in die Abstellgleise.

Tagsüber, während die Loren in den Feldern zum Beladen stehen, herrscht keineswegs Stillstand in der Fabrik. Eine Lok zieht ständig beladene Loren von den Abstellgleisen zum Entladekran (E), von wo aus das Zuckerrohr ins Mahlwerk gehoben wird, und dann leer zurück in die Abstellgleise oder in die Ausgangsgleise, das passiert sogar auch in der Nacht. Dazu benötigt sie die Hilfe einer zweiten Lok, die von hinten die entladenen Loren in die Ausgangsgleise schiebt, währen die Lok vorne verduftet, denn sie soll ja nicht mitten im leeren Zug stehen, wenn zwei Halbzüge zusammen aufs Ausgangsgleis geschoben werden sollen. Dies können entweder bis zu zwei Tenderloks oder Dieselloks sein. Beim Vorbild Olean gibts dafür eine Spillanlage, die die beladenen Loren per Seil zum Entladekran zieht, aber die ist in Oleankecil gerade mal wieder defekt. Tagsüber wird auch Zuckerrohr per LKW angeliefert, diese fahren von links (bei N) auf das Werksgelände, auf dem zweiten Gleis von unten entlang zur Gleiswaage, die LKWs werden dort gewogen, und fahren dann vor zum Blockkran (J), das Zuckerrohr wird auf eine Lore daneben entladen, der sich langsam füllende Zug dort wird von hinten von einer Lok immer ein Stück weiter geschoben, bis er schließlich vollständig beladen ist, und zu den Abstellgleisen gebracht wird.

Durch den Betrieb der Dampfkessel in der Maschinenhalle (C) fällt kontinuierlich Asche an, die auf kleinen Kipploren einmal am Tag aus der Maschinenhalle herausgezogen wird, und zu einer Deponie irgendwo in den Feldern gefahren werden muss. Das Endprodukt Zucker (in Säcken) muss desöfteren per gedeckter Güterwagen von der Lagerhalle (B) abtransportiert werden, zu einem zunächst imaginären PKNA-Bahnhof. Überschüssige Bagasse wird aus der Maschinenhalle mittels kleiner Niederbordwagen als Brennmaterial für die Loks zum Lokschuppen (D) gebracht, oder in den Bagasselagern (G) zwischengelagert. Hin und wieder gibts auch mal Defekte am Mahlwerk, Mahlwalzen verschleißen, Zahnräder verlieren Zähne, usw., diese Teile müssen in die Maschinenhalle (C, E) gebracht werden, oder abgeholt werden. Für diese Bedienungen werde ich drei kleine Fiddle-Yards hinter der Kulisse mit der Lagerhalle, Maschinenhalle und Bagasselager vorsehen. Es wird einen Lorenzug mit Gleisen und Kletterweichen beladen geben, der ab und zu ausrückt, um neue Gleise in den Feldern zu verlegen, oder irgendwo Reparaturen am Gleis vornimmt. Auch einen kleinen urigen, vielleicht von der Fabrik selbstgezimmerten Personenwagen wird es geben, mit dem der Direktor (F) der Fabrik mit seinen Beratern, Abteilungsleitern, Kunden oder Besuchern Ausflüge in die Felder machen können. Zwischendurch werden defekte Loren ausgesondert und zur Reparatur (A) gebracht. Zwischendurch kommen die Loks auch zum Lokschuppen, um ihre Vorräte aufzufüllen, oder um auf den nächsten Einsatz zu warten. Abends, wenn alle Züge in den Abstellgleisen stehen, rücken die nicht benötigten Streckenloks in den Lokschuppen ein.

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