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Museum Keretapi Ambarawa - Teil 2/3 - Die Exponate (Feb 2005)

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 20.06.2007 22:50
von 52_2006 • 374 Beiträge
Hier ist nun der zweite Teil der Bilder aus Ambarawa. Heute zeige ich euch den Bahnhof Willem II (Ambarawa), der das Museumsgebäude ist, und die darum herum auf Sockeln präsentierten Lokomotiven, soweit die Bilder zeigbar sind, manche Loks konnte ich nämlich wegen Sonnenstand, zu nah an den Loks stehenden anderen Sachen (andere Loks, Büsche, etc.) nicht gescheit fotografieren.

[img]http://img377.imageshack.us/img377/407/b2501lw8.jpg[/img]
Bevor es ins Museum rein geht, ist oben an der Hauptstraße ein Militärmuseum. Dort gibt es einige amerikansiche Sherman-Panzer und Militärpickups und eine P51-Mustang aus dem 2. Weltkrieg zu sehen, und aus welchen Gründen auch immer, wird hier die B2501 mit einem Personenwagen gezeigt. B2501 ist genau wie ihre Schwestern 02, 03, 04 für die Zahnradstrecke von Ambarawa nach Bedono hinauf und auf der anderen Seite nach Secang hinab gebaut worden. Wie man an dem Zahnradantrieb unschwer erkennen kann, stammt sie aus Esslingen: 3242/1902. Zunächst war sie bei der NIS (Nederlands Indische Spoorweg Mji) mit der Nummer 231 eingereiht. Wenn Bilder der Fahrzeuge und der P51 gewünscht werden, kann ich diese später hier noch anhängen.

Wenn man von der Hauptstraße zum Museum runterkommt, stehen an der Ecke vor dem Museum zumeist einige lokale Taxis vor der Lok C1507:

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/5507/c15071zb2.jpg[/IMG]

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/1958/c15072tr8.jpg[/IMG]
C1507 wurde unter der Fabriknummer 17 im Jahr 1900 von der niederländischen Lokomotivfabrik Werkspoor gebaut. Sie bekam zunächst die Betriebsnummer 91 der Staats Spoorwegen (SS), und später die 257. Unter der japanischen Besatzung im 2. Weltkrieg wurde dann das neue Bezeichnungssystem nach japanischem Vorbild eingeführt, und diese Loks wurden zur Baureihe C17. Keine Lok dieser Baureihe erlebte die 1970er betriebsfähig.

Das japanisch/javanische Bezeichnungssystem folgt dem folgenden, auch aus anderen Ländern bekannten Schema: Zunächst ein Buchstabe, B bis F, bei Drehgestell- und Mallet-Loks auch zwei Buchstaben, z.B. BB. Danach die zwei Ziffern lange Baureihennummer, 10-49 für Tenderloks, 50-99 Schlepptenderloks. Weiter, also nach Verwendungszweck wird nicht unterschieden. Das Schema hat noch heute seine Gültigkeit, nur dass Dieselloks eine dreistellige Baureihennummer haben, und nicht mehr nach (Schlepp)-Tenderloks unterschieden werden muss.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/8352/bahnhofshallepn7.jpg[/IMG]
Bevor wir uns den weiteren Loks zuwenden, zeige ich zunächst ein Foto des Bahnhofs. Obwohl dort seit der Stillegung der Bahnstrecke von Semarang über Ambarawa nach Yogjakarta in den 1970ern kein regulärer Betrieb mehr ist, wird auf dem Museumsbahnhof Essen verkauft, wie als wenn der Bahnhof noch in Betrieb wäre. Für die Handvoll Museumsbesucher halt.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/6060/b20141qw4.jpg[/IMG]

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/826/b20142tq7.jpg[/IMG]
B2041 ist eine typische Trambahnlok, wie sie in vielen Städten Javas entlang der Hauptstraßen verliefen. Diese Lok wurde von Beyer-Peacock unter der Nummer 4634 im Jahr 1905 für die Cirebon-Semarang Stoomtram gebaut, ob mit den kleinen Loks aber die komplette Strecke befahren wurde, ist bei einer Distanz zwischen beiden Städten von etwas mehr als 200 Kilometer Luftlinie eher unwahrscheinlich. Im Raum Semarang sind aber noch in der Mitte der 1970er Loks dieser Reihe gefahren.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/7577/b2220ad8.jpg[/IMG]
Die Baureihe B22 ist eine etwas größere Trambahnlok, mit den Schürzen vor dem Fahrwerk und dem tief heruntergezogenen Führerhausdach sehen diese Loks sehr urig aus. B2220 wurde 1900 unter der Fabriknummer B2220 von Hartmann gebaut, und an die NIS mit der Betriebsnummer 325 geliefert. Die Loks waren noch in den 1970ern in Zentral-Java (Yogjakarta) und Nord-Mitteljava (Tegal) in Betrieb, ich habe in Fern-Express ein Foto von B2207 aus dem Jahr 1980.

[IMG]http://img466.imageshack.us/img466/9689/b2711iw1.jpg[/IMG]
B2711 wurde 1914 von Hartmann unter der Fab.Nr. 3757 an die Staats Spoorwegen (SS) als Nummer 211 geliefert. Die letzten Loks dieser Baureihe verrichteten in Purwodadi in den 19709ern ihren Dienst.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/5016/b51121dn9.jpg[/IMG]

[IMG]http://img466.imageshack.us/img466/9783/b51122ux4.jpg[/IMG]
Eine der schönsten Loks in Ambarawa ist mit Sicherheit die B5112, die von ihrer Bauart, Form der Zylinder usw. sehr an die preußische P4.6 erinnert. Sie wurde 1902 unter der Fabriknummer 3866 von Hanomag gebaut, und war bei der SS unter der Nummer 612, später 303 eingereiht. Weitere Maschinen dieses Typs bauten auch Werkspoor und Hartmann. Die letzten Loks dieses Typs fuhren in den 1970ern auf Nebenlinien um äußeren Westen und Osten Javas.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/4610/b5210bq7.jpg[/IMG]
B5210 war usrpünglich bei der Semarang-Cirebon Stoomtram unter der Betriebsnummer 110 eingereiht, nachdem sie 1911 bei Hartmann unter der Nummer 3484 gebaut wurde. Mit 16,8 Tonnen ein ziemliches Leichtgewicht fuhren diese Loks noch in den 1970ern zwischen Tegal und Purwokerto auf den Nebenstrecken hin, die noch heute in Google-Earth als Linien angedeutet sind, aber längst nicht mehr existieren.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/2131/bb1012zh1.jpg[/IMG]
Eine andere sehr schöne Maxchine ist die von Hartmann 1906 mit der Nummer 3092 gebaute Mallet-Lok mit hinterer Laufachse BB1012. Bei der SS trug sie die Nummer 512 und später 344, noch in den 1970ern waren von dieser Lok noch einige Exemplare auf längst abgebauten oder stillgelegten Nebenstrecken, zum Beispiel auf der Banjar-Pangandaran. Auf dieser Strecke überquerten diese Loks auch die längste und höchste Eisenbahnbrücke Javas kurz vor Pangandaran, welches heute ein unter Java-reisenden beliebtes kleines Badeort ist. Manch einem wird der Ort auch aus den Nachrichten bekannt sein, gab es dort doch letztes Jahr einen kleinen Tsunami.

[IMG]http://img466.imageshack.us/img466/439/c1140fj4.jpg[/IMG]
C1140 ist das älteste Exponat der Sammlung, und die älteste Dampflok auf Java, sie wurde 1891 unter der Fabriknummer 1759 von Hartmann gebaut, und sie erinnert sehr an die sächsische VT, der man eine Vorlkaufachse verpasst hat. Die Reihe C11 war auf Java weit verbreitet, und auch in Süd-Sumatra war sie verbreitet. Sie war bei der SS als 346 bzw. 146 nummeriert.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/7151/c1240ty6.jpg[/IMG]
Die Baureihe C12 ist zur C11 weitgehend baugleich, der Hauptunterschied ist das Verbundtriebwerk. Einige Loks dieser Baureihe hatten eine bis zur Kante der Pufferbohle verlängerte Rauchkammer. C1240 wurde unter der Fabriknummer 2736 im Jahr 1902 von Hartmann gebaut, und war bei der SS zunächst als Nr. 480, dann als 296 eingereiht. Die Baurt C11/C12 hat somit einen recht großen Beschaffungszeitraum.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/1391/c1603xb7.jpg[/IMG]
C1603 ähnelt stilistisch wieder der B22, ist aber wie man schon an der Achsfolge erkennen kann, etwas größer. Auch diese Trambahnlok wurde von Hartmann gebaut, 2718/1901, NIS 254. Loks dieser Baureihe und auch der nachfolgenden C18 wurden noch in den 1970ern hauptsächlich im Raum Solo (Surakarta) eingesetzt. Der untere Ausschnitt in der Pufferbohle der Lok deutet darauf hin, dass die Lok auch auf der Zahnradstrecke von Ambarawa unterwegs gewesen sein muss, ich kann mir aber wegen der Steilheit der Strecke nicht vorstellen, dass sie es alleine geschafft hat...

[IMG]http://img509.imageshack.us/img509/7820/c1801st2.jpg[/IMG]
Die Reihe C18 entspricht in ihren Daten bis auf ein Detail der C16, der Überhitzer war knapp 2 m² größer. C1801, Hartmann 3160/1908, NIS 259.

[IMG]http://img377.imageshack.us/img377/7923/c2001tj5.jpg[/IMG]
Es geht natürlich noch etwas größer, jetzt mit einer Laufachse unter dem Führerhaus: C2001, Hartmann 2792/1902, NIS 351. Diese Loks noch ohne Überhitzer, aber doppelt so großer Heizfläche wie C16/18, waren auch noch bis in die 1970er rund um Solo im Einsatz. Das Foto ist 'grenzlastig', die Lok ist zu sehr von Büschen umzingelt, um sie besser abzulichten. Vielleicht täte ein besseres Weitwinkel hier gut. Auich hier ist der Ausschnitt für die Zahnstange in der Pufferbohle zu erkennen.

[IMG]http://img525.imageshack.us/img525/6394/c2407qf6.jpg[/IMG]
Diese Lok könnte man wegen der Achsfolge als den javanischen Bubikopf (BR64) bezeichnen, Werksppor baute diese Loks für die NIS 1908 unter der Fab.Nr. 216, wo sie dann die Nummer 277 bekam. Noch in den 1970ern waren einige diese Loks in Yogjakarta und Purwokerto beheimatmet.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/1984/c2821ss6.jpg[/IMG]
Das ist die "78er Javas", Tenderlok Baureihe C28, welche noch in den 1970ern in ganz Java eingesezt wurde. Sie die einzige Henschel-Lok in diesem Museum: 18175/1921 und trägt daher zugleich die höchste Fabriknummer des Museums. C2821 wurde zuerst bei der SS unter der Betriebsnummer 1321 eingesetzt.

[IMG]http://img525.imageshack.us/img525/1551/c5417ga3.jpg[/IMG]
Mit C5417 zur Abwechslung mal wieder was aus dem Mutterland der Eisenbahn, Beyer Peacock 6122/1922, wie unschwer an der eckigen Feuerbüchse erkennbar ist. Die Semarang-Cirebon Stoomtram setzte diese Loks auf der Hauptstrecke zwischen den beiden Stäften vornehmlich im Güterverkehr ein, noch in den 1970ern wurden einige davon nach Nord-Sumatra (Deli-System rund um Medan) umstationiert, wo sie aber kaum noch eingesetzt wurden.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/9254/cc50291gp2.jpg[/IMG]

[IMG]http://img509.imageshack.us/img509/8219/cc50292mm5.jpg[/IMG]
Die Reihe CC50 wurde hauptsächlich auf den Gebirgstrecken von und nach Bandung eingesetzt. Sie hatte auch noch zwei Schwesterbaureihen CC51 und CC52, wovon aber keine Exemplare mehr vorhanden sind. Auch eine Baureihe DD50 gab es. CC5029, SLM 3253/1928 ist eine von drei überlebenden Loks, eine weitere steht in Jakarta, eine in Utrecht. Doch auch diese Mallets reichten in den 1930ern kaum noch, um die Lasten zu transportieren, so dass die SS damals mit Beyer-Peacock über den Bezug von schweren Garrat-Loks verhandelte, woraus aber aus finanziellen Gründen nichts wurde. Hochburg in den 1970ern der großen Mallets war Cibatu in West-Java.

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/9969/d1007bh5.jpg[/IMG]
Deutlich kleiner, und mit extremen Achstand für allerniedrigste Meterlasten war die Baureihe D10 konzipiert. D1007, Hartmann 3804/1914 kam nur um die Ecke herum, weil ihre Endachsen nach dem Prinzip von Klien-Lindner gebaut wurden. Die letzten Loks dieser Gattung taten in Tegal und Purwokerto in den 1970ern ihren Dienst.

[IMG]http://img509.imageshack.us/img509/3327/d5106ga3.jpg[/IMG]
Die Hedjaz-Bahn lässt grüßen: Die Baureihe D51 wurde ursprünglich für diese entwickelt und gebaut. Weil aber Lawrence von Arabien diese Bahn im 1. Weltkrieg massiv am Fortbestehen hinderte, fiel für Hartmann dieser Kunde aus. Man fand schließlich die Staats Spoorwegen (SS) auf Java, die die restlichen ursprünglich von der Hedjaz georderten Maschinen und weitere Exemplare abnahm. D5106 wurde unter der Fabriknummer 4134 im Jahr 1920 gebaut, und zunächst als SS 1506 eingereiht. Anfang der 1970er waren einige noch in Cepu stationiert, und wurden dann nach Purwokerto umstationiert. Einige dieser Loks hatten sogar Windleitbleche.

[IMG]http://img365.imageshack.us/img365/6155/f10021vq1.jpg[/IMG]

[IMG]http://img354.imageshack.us/img354/9647/f10022ua2.jpg[/IMG]

[IMG]http://img466.imageshack.us/img466/5337/f10023ay7.jpg[/IMG]
Meine Lieblingslok in Ambarawa ist eindeutig diese: Wir kennen ja alle die Bezeichnung "Pacific", "Mikado", und ähnliche. Preisfrage, welche Bezeichnung hat die Achsfolge 1F1 (2-6-2)? "Javanic"!. Hanomag baute F1002 im Jahr 1913 mit der Fabriknummer 6813 für die SS, die sie unter der Fabriknummer 802 einreihte. Auch Werkspoor beteiligte sich am Bau dieser Baureihe, welche für die Gebirgsstrecken rund um Bandung gedacht war, daher auch die gelenkigen Kuppelstangen, wie auf dem unteren Bild zu sehen. Allerdings bewährten die Loks sich dort nicht, der Verschleiß an Gleis und Treibrädern war zu hoch, da auf den Strecken dort einige Kurven mit weniger als 150 Metern Radius zu durchfahren waren. Diese Strecken haben sich übrigens bis heute nicht großartig verändert. Dieses Problem wurde erst mit den CC5x und DD50-Mallets und später mit Dieselloks erfolgreich angepackt, die F10er wurden statt dessen ins Flachland umbeheimatet, wo sie noch in den 1970ern auf Nebenstrecken mit lächerlichen 1-2 Wagons abgeben mussten. Man soll sich ja nicht überarbeiten!

Daher ist hier auch Schluß mit diesem Teil.

Kondensierte und rohrzuckersüße Grüße,
condensed and canesweet greetings,

Stefan
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