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Palmen, Zucker und Dampf - Die Saison 2007 - Teil 9

in Virus Kereta Api: Eisenbahn in Indonesien Reportagen / Railways of Indonesia reports 17.02.2008 21:22
von 52_2006 • 374 Beiträge
PG Sragi Fortsetzung II

Zur Erinnerung, wir haben einen Satz mit einer elementar wichtigen Erkenntnis gelernt: "Lokomotif smoking enaaaaak!". Übrigens "Rauchen" im Sinne von Zigaretten Rauchen heist "merokok" was von der Zigarette "rokok" kommt, wie ich inzwischen weis. Dampfloks rauchen aber keine Zigaretten, sondern Dampf und Asche, was man mit "asap" beschreibt.

Ich war noch oben auf der Plattform des Portalkranes, und bin dann erstmal runter geklettert, um nochmal nach der 17 zu schauen.


Die 17 war dann auch schon wieder mit einer Fuhre leerer Loren beschäftigt.


Unentwegt schob sie weitere leere Loren vor den Portalkran.


Ich sag ja, unentwegt. Stimmungsbild mit Lok, Fahrrad in tief stehendem Sonnenlicht.


Jetzt wird es Zeit, auch Lok 20 vorzustellen. Gesehen hatten wir sie ja schon, im Depot hinter den Wassertanks, und ganz am Anfang. Hier nun im flachen Abendlicht war sie wieder im Einsatz. Es ist einer dieser zahlreichen KL-D-Kuppler von O&K auf Java. Sie wurde unter der Fabriknummer 9298 im Jahr 1921 gebaut.


Wir sind dann nochmal zum Depot gelaufen, dort war nochmal Full House, gleich vier Loks auf einmal zum Wasser holen.


Wenn man Lok 12 jetzt und am Mittag vergleicht, stellt man auch fest, dass inzwischen die Bagassevorräte weitgehend aufgebraucht waren.


Ich habe dann nochmal nachgeschaut, wer denn eigentich in der hinteren Ecke rangiert, um die Loren zum Entladekran zu bringen, eine dieser japanischen Dieselloks, hier herrschte Feierabend-Stimmung. Die, oder die nächste Schicht hat aber sicher die ganze Nacht hindurch rangiert. Wir sind dann wieder zurück zum Hotel, es wurde jetzt schnell dunkel. An den Abend dieses Tages kann ich mich nicht mehr erinnern, war aber wohl nix besonderes. Am nächsten Tag stand uns eine beschwerliche Reise nach Solo/Surakarta bevor, und wir wollten über das Dieng-Plateau fahren.

Zum Abschluss von Sragi noch ein paar Videos von FelixS aus Sragi:
1. Dichtes Gedrängel vor dem Portalkran: http://www.youtube.com/watch?v=iOdaKQPHAUA
2. Lok Nummer 5 drückt schwer keuchend und schleudernd einen eigentlich viel zu schweren Lorenzug aus den Umladegleis heraus: http://www.youtube.com/watch?v=baROGJlg1_w
3. Kesselauswaschen im Depot: http://www.youtube.com/watch?v=baROGJlg1_w

Die Tagesetappe vom 22.09.2007:


Morgens gings in Batang (oben links) los, führte über das Dieng-Plateau, nächster touristisch interessanter Zwischenstopp war oben auf der Passstraße zwischen dem auch hier bekannten Vulkan Merapi, und seinem nördlichen Nachbarn Merabu. Ziel der Fahrt war Solo (Surakarta).

Um es vorneweg schonmal zu betonen, die Straße, die wir von der Nordküste zum Dieng-Plateau genommen haben, ist in allen Straßenkarten, die wir dabei hatten, eingezeichnet, und es stand an der Hauptstraße an der Nordküste auch ein Verkehrsschild, welches empfahl, diese Straße zu nehmen, um nach Dieng zu kommen.

Hier ein paar Reiseimpressionen:


Eigentlich hätten wir an der Stelle besser rumdrehen sollen, das ist besagte Straße, die in allen Karten eingezeichnet und auch wie schon geschrieben, auf der Hauptstraße Batang-Seamrang stand ein entsprechendes Hinweisschild. Die Straße war zwar an dieser Stelle auf der Hälfte repariert, aber der Absatz war so hoch, dass man nicht drauf kam. Außerdem stand am unteren Anfang ein Schild, dass man nicht drauf fahren soll. Normalerweise machen Indonesier zwar nicht, was auf Verkehrsschildern steht, unser Fahrer aber schon. Das lag vielleicht mit daran, dass die reparierte Straßenseite für den Gegenverkehr gedacht war, denn in Indonesien herrscht ja Rechtsverkehr. Um das Auto zu entlasten, stiegen alle aus, und liefen nebenher oder vorne weg. Die Steigung betrug an vielen solchen Stellen um die 40 Prozent, womit ich andeuten möchte, dass die Straße an der Stelle noch vergelichsweise gut aussah. Wären wir schon bei dieser Stelle rumgedreht, wären wir sicher schneller in Solo gewesen, schätzungsweise mittags, aber auch viel sehenswertes verpasst. Wir wussten halt noch nicht, dass die Straße noch schlechter wird.


Immerhin wurden wir mit abwechslungsreicher Landschaft belohnt. Auf etwa halber Höhe bis zum Pass hinauf wurde das Auge durch eine Teeplantage beglückt.


Eine Teepflückerin bei der Arbeit.


Immerhin wurde an der Stelle die Straße von der Dorfgemeinschaft ausgebessert. Baumaterial und Werkzeug stellte die Bezirksregierung. So geht es auch, wenn auch sehr langsam, und nur an den allerschlimmsten Stellen. Und nichtmal an allen allerschlimmsten Stellen.


Oberhalb der Teeplantage führte die Straße durch einen dichten Dschungel, wir liefen auch hier öfters neben dem Auto her. Am oberen Ende des Dschungels wurden wir durch solche Anblicke auf ein Gemüseanbaugebiet belohnt.


Es fand sich das eine oder andere ländliche Motiv. Im Vordergrund Zwiebeln, und dahinter Kartoffeln. Demnach mussten hier sommerliche europäische klimatische Verhältnisse herrschen. Wir waren hier schätzungsweise auf 1000 Meter über Null, gefühlt sind wir davon die Hälfte neben dem Auto her gelaufen.


Ein paar typische Wohnhäuser. Im Hintergrund kann man schon die Passhöhe erahnen, die auf etwa 1500 Meter Höhe liegen müsste.


Nicht dass die Straße hinauf zum Pass hier besonders gut war. Die Schulkinder fanden es jedenfalls interessant, dass hier mal ein Auto durchkam, und dann auch noch mit Langnasen. Im Hintergrund Joop und meine Schwiegereltern. Mein Schwiegervater hatte mit der Steigung ganz schön zu schaffen. Alle Achtung!


Rückblick auf die zu Fuß erklommene Anhöhe. Das Auto wartete noch ein Stück weiter oben und nicht nur ich hatte meine Last mit der Steigung, die Luft war schon etwas dünner. Ich schätze mal, dass der Pass auf gut 1500 Meter über dem Meer liegt.


Die Mädchen begleiteten uns neugierig auf ihrem tägliche Weg von der Schule nach Hause in ein höher gelegenes Dorf. Ab der Stelle etwa wurde die Straße wieder so gut, dass wir wieder mit dem Auto fahren konnten. Wir erreichten dann recht schnell den Pass, und fuhren auf der anderen Seite auf das Dieng-Hochplateau hinunter.


Dieng ist bei den Touristen für seine hinduistischen Tempel berühmt, die wir gegen Mittag erreichten. Im Hintergrund ist der Vulkan Sundoro zu sehen. Die Touristen kommen aber nicht von Norden nach Dieng, sondern von Süden, da ist die Straße viel besser. Wir haben auch prompt deutsche Individual-Touristen mit einem indonesischen Führer getroffen. Die Straße nach Wonosobo hinunter nahmen wir dann auch. Dieng hat auch einige vulkanische Aktivitäten, an mehreren Stellen konnte man etwas weiter oben an den Bergen Wasserdampf aufsteigen sehen, der größtenteils sogar geothermisch genutzt wurde. Die Javaner kennen Dieng aber weniger wegen der Tempel, sondern eher wegen seiner guten Kartoffeln, die bekommt man überall auf Java auf den Märkten zu kaufen, und weil Dieng auf dem Schild steht, sind diese Kartoffel etwas teurer als die anderen.


Unterwegs noch ein lohnenswertes Motiv. Auf den Terassenfeldern wurde Kohl angebaut.


Der Vulkan im Hintergrund ist wieder der Gunung Sundoro. Unten im Tal liegt Wonosobo, wo wir zu Mittag gegessen haben. Wir sind dann um den Sundoro herum gefahren, dann um den Vulkan Gunung Sumbing herum, und dann über den Ort Temanggung durch die Stadt Magelang hindurch.


Dann links hinauf, auf die Paßstraße zwischen den Vulkanen Merapi und Merabu hindurch. Der Merapi ist öfters in den Nachrichten, von daher dürftet ihr den kennen, weil er hyperaktiv ist, 2006 wäre er beinahe wieder ausgebrochen, hat es sich dann aber in letzter Sekunde anders überlegt.


Das ist Ihre Majestät Merapi, der König aller javanischen Vulkane höchstpersönlich, von Norden gesehen. Leider verhüllte er sich in eine Wolke. Der Merapi prägt auch das Stadtbild von Yogjakarta, die Stadt liegt südlich des bekannten Vulkans.


Noch ein Blick auf den Merapi.


Auch der Merabu nördlich der Paßstraße hüllte sich in eine Wolke. Nördlich des Merabu liegt die Stadt Ambarawa, in dem das Eisenbahnmuseum ist. Wir fuhren aber nach Solo (Surakarta), wo das nächste Hotel bezogen wurde. An dem darauf folgenden Tag wollten wir wie letztes Jahr die Zuckerfabrik PG Tasik Madu besuchen. Davon erzähle ich das nächste Mal.

Ich hoffe, die paar Landschaftsbilder aus den höheren Gegenden Javas haben nicht gelangweilt. Demnächst geht es dann mit Tasik Madu weiter, so viel sei verraten: Es gab dort ein paar Neuigkeiten...

Zu offenen Fragen:

Die Frage zur Speisewasseraufbereitung für die Loks, Dampfmaschinen usw. habe ich an Rob weitergeleitet, der wird das sicher kompetent beantworten können. Ich melde mich, sobald ich eine Antwort habe. Mir ist aber schon etwas dazu eingefallen: Zum einen wird tatsächlich Flusswasser benutzt, welches irgendwie aufbereitet wird, das jedenfalls ist aus dem Prozess-Ablaufplan, den ich von der PG Olean habe, heraus zu lesen, außerdem wird das Wasser teilweise wieder verwendet, das heist, alles Wasser, was wieder aufgefangen werden kann, wofür es in Olean sogar einen Kondensator gibt (den muss ich das nächste Mal mal suchen...), wird in einer Anlage gereinigt und abgekühlt, wie hier zu sehen:



Und dann war da noch die Frage nach den Dieselloks im Schuppen, extra fortografier habe ich sie anscheinend nicht, wahrscheinlich wegen der Lichtverhältnisse und der Enge in diesem Teil des Schuppens, daher hier eine Ausschnittvergrößerung des Bildes oben:



Kondensierte und rohrzuckersüße Grüße,
condensed and canesweet greetings,

Stefan
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